Energetische Sanierung von selbstgenutzten Immobilien im Einkommensteuerrecht

Im Zuge der aktuellen Energiepreisentwicklung stellt sich häufiger die Frage, inwieweit einkommensteuerliche Ermäßigungen greifen, wenn die selbstgenutzte Immobilie energetisch saniert wird. Dies betrifft folglich Fälle, bei denen Erhaltungsaufwand anders als bei der Vermietung nicht zu Werbungskosten führt und Situationen, die nicht von einer öffentlichen Förderung abgedeckt werden. Außersteuerliche Fördermaßnahmen setzen häufig sehr umfassende Sanierungen voraus, die oft in bewohntem Zustand nicht in einem Zug machbar sind.

Zu bedenken ist zunächst, dass § 35a EStG haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen bei unbarer Zahlung durch eine Reduzierung der Einkommensteuer um 20 % der Arbeitskosten fördert. Bei Handwerkerleistungen dürfen dabei allerdings höchstens 1.200 € pro Haushalt an Ermäßigung herauskommen und Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Vor dem Hintergrund rücken die Regelungen des § 35c EStG stärker in den Fokus. Dort ist ebenfalls eine Reduzierung der Einkommensteuer um 20 % der Kosten – diesmal aber auch der Materialkosten – bestimmter Aufwendungen geregelt. Die Kürzung kann nun aber bis zu 40.000 € betragen (bei 200.000 € Sanierungskosten) und wird auf drei Jahre verteilt. Gefördert werden hier auch Einzelmaßnahmen aus einem im Gesetz genannten Katalog (z. B. Wärmedämmung, Maßnahmen an Fenstern, Außentüren, Lüftungs- und Heizungsanlage). Vorausgesetzt wird allerdings eine begleitende oder beaufsichtigende Energiesparberatung.

Nicht übersehen werden darf allerdings, dass die Förderung nicht dazu führt, dass der Staat 20 % der tatsächlich sinnvollen Sanierungskosten übernimmt. Um die notwendigen Bescheinigungen zu erhalten, werden wahrscheinlich auch Maßnahmen ausgeführt die nicht wirtschaftlich sind und die Kosten der Beratung werden nur zu 50 % berücksichtigt.

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