Janressteuergesetz 2022

Das Bundeskabinett hat am 14.09.2022 einen Gesetzentwurf für das Jahressteuergesetz 2022 beschlossen. Der wirtschaftlich bedeutendste Punkt besteht darin, dass Altersvorsorgeaufwendungen bereits ab 2023 vollständig als Sonderausgaben abgezogen werden. Die bisherige Regelung sah einen Abzug vor, der 2013 mit einem Anteil von 76 % begonnen hat und jährlich um zwei Prozentpunkte wachsen sollte, sodass ab 2025 100 % der Aufwendungen abzugsfähig gewesen wären. Dies hat teilweise zu einer überschießenden Besteuerung der Renten geführt. Durch das Vorziehen des vollständigen Abzugs um zwei Jahre dürfte die Problematik künftig wegfallen. Allerdings ist dieser Punkt auch steuersystematisch geboten und kein zusätzlicher Vorteil für Bürger.

Weiterhin werden die Regeln zu Arbeitszimmer und Homeoffice verändert, was zu Vor- und Nachteilen führt. Wie bisher können die Aufwendungen für ein typisches Arbeitszimmer nur voll abgezogen werden, wenn es den Mittelpunkt der gesamten Betätigung darstellt. Ein teilweiser Abzug ist möglich, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Hier soll nun ein „dauerhaft“ eingefügt werden, was zur Versagung des Abzugs bei einem temporär verfügbaren Arbeitsplatz im Unternehmen führen dürfte. Gleichzeitig wird in dem Fall der Höchstbetrag von 1.250 € durch eine Pauschale von 1.250 € ersetzt. Auch ohne Arbeitszimmer gibt es eine Homeoffice-Pauschale von 5 € pro Tag bis maximal 1.000 € (bisher 600 €) pro Jahr. Die Änderungen sind mithin thementypisch maximal kleinlich. Wirtschaftlich an dritter Stelle steht die Erhöhung des Sparerpauschbetrages von 801 € auf 1.000 € pro Kopf. Der bisherige Freibetrag ist seit 2009 konstant, so dass sich eine unterinflationäre Erhöhung um 1,6 % pro Jahr ergibt.

Die Bürger bekommen hier eher weniger als das, was ihnen unter Berücksichtigung des Wandels der Lebenswirklichkeit vernünftigerweise zusteht.

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