Nachträgliche Geltendmachung des Wahlrechts auf einen Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Inanspruchnahme des Sonderausgabenabzugs für eine zusätzliche Altersvorsorge (§ 10a EStG) im Wahlrecht des Steuerpflichtigen steht. Dieses Wahlrecht müsse nicht zwingend durch Abgabe der „Anlage AV“ zur Einkommensteuererklärung ausgeübt werden, sondern kann formlos geltend gemacht werden.

Entschieden wurde auch, dass es bis einschließlich des Veranlagungszeitraums 2016 für die Wahlrechtsausübung zu spät ist, wenn der Einkommensteuerbescheid bereits bestandskräftig geworden ist. Offen gelassen hat der Bundesfinanzhof die Frage, ob die steuerlichen Wahlrechte ab 2017 bereits durch die Datenübermittlung des Finanzdienstleisters als ausgeübt anzusehen sind. Der nächste Streit ist folglich vorprogrammiert. Dies ist unvermeidlich, da das Regelwerk so komplex gestaltet ist, dass es Bürger, Steuerberater (und Behörden) überfordert.

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